Die Behandlungsschwerpunkte in unseren Praxen in Dortmund

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Unsere Praxis für Sprachtherapie bietet Ihnen umfassende Diagnose- & Behandlungsmöglichkeiten bei einer ganzen Reihe unterschiedlicher Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- & Redeflussstörungen sowohl für Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene an. Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Übersicht über unsere Schwerpunkte im Einzelnen geben. In einem persönlichen Gespräch in unserer Praxis können wir direkt auf unsere Patientinnen und Patienten eingehen und Ihnen eine genaue Diagnose, Behandlung & Beratung anbieten.

Aphasie

Der Begriff Aphasie bezeichnet eine erworbene Sprachstörung, die oftmals durch einen Schlaganfall entsteht. Aphasien sind also Sprachstörungen, die durch eine Beeinträchtigung der Sprachproduktion und des Sprachverständnisses im Zentralen Nervensystem entstehen.


Für die Therapie ist die Abgrenzung der verschiedenen Kommunikationsstörungen wie Aphasie, Dysarthrie und Sprechapraxie wichtig, auch wenn dies nicht immer einfach ist.


Sie können mit unterschiedlichem Schweregrad ein oder mehrere der folgenden Bereiche betreffen:

  • die Sprachgestalt (Morphologie)
  • die Wortbedeutungen (Semantik)
  • den Wortschatz (Lexikon)
  • die Satzbildung (Syntax)
  • die Sprachlaute (Phonologie)

Das allgemeine Behandlungsziel ist, dem/der Aphasiker*in sprachliche Kommunikation im Alltag wieder zu ermöglichen. Der/die Patient*in soll lernen mit seinen reduzierten sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten Gesprächssituationen zu bewältigen. Alternativ können auch alternative Kommunikationsmittel genutzt werden, um eine bessere Verständigung zu gewährleisten (siehe „Unterstützte Kommunikation“).

Dysphagie (Schluckstörungen)

Bei einer Dysphagie ist der Schluckakt gestört. Sie kann in allen Altersbereichen auftreten. Bei Kindern wird sie als „Pädysphagie“ und bei Erwachsenen als „Dysphagie“ bezeichnet.


Schluckstörungen bei Erwachsenen werden häufig bemerkt, weil die Patienten selbst Probleme (zum Beispiel Verschlucken, Husten, Kloßgefühl im Hals) bemerken. Die Diagnose einer Schluckstörung im Säuglings- oder Kleinkindalter gestaltet sich meist deutlich schwieriger und langwieriger.


Gesteuert wird der Schluckvorgang durch spezielle Zentren im Großhirn und Hirnstamm.


Das Ziel der Behandlung ist, dass die Nahrungsaufnahme mithilfe eines geeigneten Therapiekonzeptes wieder unbeeinträchtigt gelingt.

Late Talker

Fast jedes fünfte Kind zeigt einen verzögerten Sprechbeginn, das heißt es kann im Alter von 2 bis 2,5 Jahren noch keine 50 Wörter sagen und/oder zwei Wörter miteinander verbinden. Diese Kinder werden auch als „Late Talker“ bezeichnet. Ihre bisherige allgemeine Entwicklung (Hören, Intelligenz, Motorik) ist in der Regel unauffällig, einige dieser Kinder haben zusätzlich Probleme beim Sprachverstehen. Häufig lernen diese Kinder auch mit zwei Jahren nur sehr langsam neue Wörter und es gibt immer wieder Phasen des Stillstands.


Ein Teil der Late Talker sind von einer schweren Sprachentwicklungsstörung (SSES) bedroht. Langzeitfolgen wie massive Satzbaustörungen, Artikulationsfehler, Textverständnisstörungen und Schulprobleme in Deutsch und Mathematik können mit einer frühen Sprachtherapie bei vielen Kindern vermieden werden. Ziel der Behandlung ist es, dem Kind die Kausalität der Sprache aufzuzeigen sowie durch die Arbeit am Sprachverständnis auch den Wortschatz aufzubauen.


Wir arbeiten sowohl nach dem Konzept von Barbara Zollinger als auch nach dem Konzept von Frau Dr. Claudia Schlesiger. Beide setzen direkt am Kind und seinen individuellen Schwierigkeiten an.

Mutismus

Der elektive (auch selektive) Mutismus im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter findet sich im Schnittpunkt medizinisch-psychiatrischer, psychologischer und sprachtherapeutisch-logopädischer Sichtweisen und Erklärungsansätzen.


Die Sprachtherapie bzw. Logopädie erweist sich hier als Bindeglied zwischen den genannten Disziplinen.


Der (s)elektive Mutismus ist eine nach vollzogenem Spracherwerb erfolgende Hemmung der Lautsprache gegenüber einem bestimmten Personenkreis. Die Hör- und Sprechfähigkeit ist erhalten. Man geht von einer multifaktoriellen Entstehung mit genetischen, psychologischen und sprachassoziierten Einflüssen aus.


Ziel der Behandlung ist es, dass der Patient Selbstvertrauen aufbaut und an kommunikativen Situationen teilnehmen kann. Dazu gehen wir unter anderem nach dem Therapiekonzept „DortMuT“ vor, ein integrativer Therapieansatz mit sprachtherapeutischen, psychodynamischen, kognitiv-behavioralen und systemischen Elementen. Seine Basis ist das Therapiekonzept für selektiv mutistische Kinder von Nitza Katz-Bernstein. Wir sind Mitglied des Mutismus-Netzwerkes der TU Dortmund.

Unterstützte Kommunikation (UK)

Der Begriff Unterstützte Kommunikation (UK) bezeichnet alle Kommunikationsformen für Menschen mit schwer verständlicher, begrenzter oder fehlender Lautsprache, die die deren unzureichende Lautsprache unterstützen.


Zu den Methoden der UK gehören körpereigene und körperfremde Kommunikationsformen, welche die vorhandenen Kommunikationsfähigkeiten individuell abgestimmt ergänzen, ersetzen und erweitern.


Fehlende Kommunikationsmöglichkeiten und Kommunikationseinschränkungen haben umfangreiche negative Folgen und beeinträchtigen die Lebensqualität von Menschen aller Altersklassen.
Ziel der Behandlung ist die Auflösung dieser beschriebenen Kommunikationseinschränkungen und die soziale Partizipation.


Menschen mit sprachlich-kommunikativen Einschränkungen haben in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe. Dazu gehört nach dem neunten Sozialgesetzbuch auch das Fördern der Verständigung mit dem Umfeld (Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz 2001). UK leistet dazu einen wertvollen Beitrag und unterstützt Partizipation, Inklusion und Selbstständigkeit.

Fütterstörung / Mund- und Esstherapie

Eine Fütterstörung liegt vor, wenn ein Säugling / Kleinkind beim Stillen / Essen generell und anhaltend Ablehnung und Verweigerung zeigt, sodass es keine ausreichenden Nahrungsmengen zu sich nimmt. Dabei kann sich die Ablehnung nur auf bestimmte Nahrungsmittel, Konsistenzen (z. B. stückige Kost) oder Modalitäten der Fütterung (auf dem Arm, im Hochstuhl) beziehen.


Die Ursachen der Fütterstörung können vielfältig sein, oft treffen mehrere Faktoren zusammen.


Fütterstörungen und/oder mangelndes Gedeihen des Kindes führen oft zu einer erheblichen Verunsicherung und Belastung der Eltern sowie ausgeprägter familiärer Anspannung.


Das Ziel der Behandlung ist auch hier, dass die Nahrungsaufnahme mithilfe eines geeigneten Therapiekonzeptes wieder unbeeinträchtigt gelingt. Inhalt einer Mund- und Esstherapie sind zum Beispiel Übungen zur Verbesserung der Wahrnehmung im Bereich des Gesichtes und des Mundinnenraumes sowie Elternberatung und –anleitung. Gemeinsam mit den Eltern werden Strategien und Essensregeln erarbeitet, die einen reibungslosen Ablauf beim Essen ermöglichen.